Parallelverschiebung mit Shift-Objektiven an SLR-Systemen

Üblicherweise wird mit der Shift-Funktion das Objektiv parallel zur Aufnahmeebene aus der Mitte des Bildkreises heraus verschoben, um die Geometrie des Motivs perspektivisch korrekt abzubilden. Parallel verlaufende Linien sollten hierbei erhalten bleiben. Architektur- und Werbefotografen wenden diese Aufnahmetechnik mit ihren verstellbaren Fachkameras täglich an.
Bei DSLR-Kameras ist eine Ebenenverschiebung durch Shift-Objektive möglich. Dies lässt sich durch einen größeren (als für das Aufnahmeformat erforderlichen) Bildkreis mit der spezifischen Konstruktion des Objektivs erzielen. Zusätzlich ist eine (mechanische) Verstellmöglichkeit für diese Nutzung erforderlich.
Canon bietet für das EOS-System diverse TSE-Objektive an, die rechnerisch dem benötigten Bildkreisdurchmesser des Mittelformates entsprechen. Die im KB-Vollformat nutzbare 24 x 36 mm große Aufnahmefläche lässt mit diesen TSE-Objektiven Verschiebungen der Objektivebene von beidseitig 12 mm aus der Mittelstellung zu - und zwar parallel zur Bildebene.
Wie nun dezentriert wird, ist für die als Einzelbild zu verwendende Aufnahme nicht relevant: Entweder objektivseitig (konstruktionsbedingt mit Canon TSE-Objektiven nicht anders möglich) oder aufnahme- bzw. beidseitig (wie es mit Fachkameras machbar wäre). Wenn jedoch mehrere Belichtungen zu einem Bild montiert werden sollen, so ist die Wahl der zu verstellenden Ebene von entscheidender Bedeutung für die in der Postproduktion angestrebte, passgenaue Montage.
Ist die DSLR-Kamera direkt auf ein Stativ montiert, so kann zwangsläufig die beabsichtigte Verstellung nur in der Objektivebene erfolgen. Durch die objektivseitige Verschiebung verändert die Position der Eintrittspupille dadurch ihre Lage.
Das folgende Positionieren der Einzelaufnahmen in der anschließenden Bildbearbeitung wird immer einen perspektivischen Versatz der einzelnen Belichtungen zueinander nach sich führen. Oft sind diese im Nahbereich der Überlappungen deutlich sichtbar. Solche nicht-identischen Teilbereiche sind die Ursache für die in der Montage an genau diesen Stellen auftretenden Geisterbilder. Die Nachbearbeitung ist mit Verlusten der nutzbaren Bildfläche, einer geringeren Datenqualität und einem höheren Zeitaufwand verbunden.



Parallelverschiebung mit dem proPsolution TSE Adapter

Hier setzt der proPsolution TSE Adapter an:
Das Objektiv ist fest montiert, die Parallelverschiebung kann kameraseitig durchgeführt werden! Mit dem Shift-Mechanismus wird die Aufnahmeebene tatsächlich parallel zur Objektivebene verschoben. Dadurch kann der Bildkreis des TSE-Objektivs mit mehreren Belichtungen optimal bis in seine Grenzbereiche genutzt werden.
Die angesetzte Kamera belichtet nun die erforderliche Anzahl Einzelaufnahmen. (Vollformatsensoren benötigen 2 oder 3 Belichtungen) Diese Sequenzen sind mit dem proPsolution TSE Adapter sowohl im Hoch- als auch im Querformat möglich.
Das anschließende Zusammenfügen der Daten ist ein Kinderspiel: Passgenaue Einzelbilder werden mittels der Adobe Photoshop Photomerge-Funktion ohne jeglichen Versatz verarbeitet!
Doch eine deutlich verbesserte Ergebnisqualität bei gleichzeitig vereinfachter Verarbeitung sind nicht die einzigen Vorteile des proPsolution TSE Adapters:

  • Extreme Aufnahmewinkel bis zu 124° erschließen völlig neue Anwendungsmöglichkeiten in beengten Räumen (z.B. Fahrzeuge, Hotelzimmer, Messen...).
  • Der mittels proPsolution TSE Adapter zu erzielende Bildwinkel entspricht, bezogen auf das Kleinbildformat, der Brennweite eines 11 mm Objektivs!
  • Datenvolumen von bis zu 120 MB als 8-bit RGB TIFF-Datei sind ohne Interpolation möglich! Die Datenqualität besticht durch ihre Detailzeichnung bis in die Randbereiche.

Der proPsolution TSE Adapter ist mehr als nur eine Option. Derzeit bietet kein anderes SetUp diese extremen Aufnahmewinkel – und dies bei einfachster Handhabung!


Die weltweit unsinnige Suche nach dem Nodalpunkt hat für die Anwendung des proPsolution TSE Adapters keine Relevanz.Dennoch ein kleiner Hinweis an die suchende Gemeinde: Nur afokale Linsensysteme haben lediglich einen Nodalpunkt. Bei SLR-Objektiven existieren zwei Nodalpunkte auf der optischen Achse. Die Suche nach dem optimalen Drehpunkt ist lediglich die Bestimmung des bestmöglichen Näherungswertes.